Der kleVer Förderverein unterstützt auch im Jahr 2026 wieder wichtige Klimaschutzprojekte
Was genau geplant ist, darüber unterhalten sich allerbus-Chef und Fördervereins-Vorstand Henning Rohde und kleVer-Geschäftsführer Werner Reichmann.
Herr Rohde, Sie sind im Vorstand des kleVer-Fördervereins. Welche Ziele hat der Förderverein gesetzt?
Rohde: Der Förderverein besteht aus regionalen Unternehmen, die im Landkreis Verden tätig sind und die Sache und die Aktivitäten der kleVer aktiv unterstützen wollen. Die Unternehmen sind vor allem im Bereich Energiewirtschaft, kommunale Versorgung, Trinkwasser, Wohnen und im Öffentlichen Personennahverkehr tätig. Und auch die Kreishandwerkerschaft ist mit dabei! Im Kern geht es uns darum, dass wir gemeinsam mit der kleVer Projekte entwickeln und diese dann auch mit einem finanziellen Beitrag unterstützen. Damit sollen die Möglichkeiten der kleVer ausgeweitet und eine vielfältige Klimaschutzarbeit möglich gemacht werden. Kurz: Wir wollen die Arbeit am Klimaschutz im Landkreis Verden beschleunigen. Die Zusammenarbeit mit der kleVer war in der Vergangenheit immer sehr gut und ich bin sicher, dass dies auch mit der neuen kleVer-Geschäftsführung so weiter geht.
Reichmann: Da bin ich mir auch sicher! Für die kleVer ist der Förderverein ein wichtiger und verlässlicher Pfeiler in der Planung unserer Aktivitäten und ich bin sehr dankbar für die gute Zusammenarbeit.
Anfang März hatte der Förderverein seine jährliche Mitgliederversammlung. Für welche Projekte haben Sie sich im Jahr 2026 entschieden?
Rohde: Innerhalb des Vorstandes diskutieren wir über verschiedene Themen und die kleVer bringt Ihre Ideen zu aktiven Unterstützung des Klimaschutzes ein. Zusammen wird ein Förderkatalog aufgestellt, budgetiert und der Mitgliederversammlung alljährlich in der Jahreshauptversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt. Der wichtigste Schwerpunkt in diesem Jahr bildet die Förderung der Öffentlichkeitsarbeit durch die kleVer. So können wir dabei helfen, Bürgerinnen und Bürger mit Informationen zum Klimaschutz zu versorgen und Antworten auf die Frage „Was kann man im eigenen Bereich machen, um Treibhausgase zu reduzieren?“ zu geben. Damit sollen Unsicherheiten ausgeräumt werden und Wege für die praktische Umsetzung und deren Möglichkeiten aufgezeigt werden.
Reichmann: Von Beginn an, hat die kleVer aktiv die Öffentlichkeit gesucht. Neben vielen Veranstaltungen, die wir organisiert haben, haben wir ja sozusagen auch ein Ohr an der Bevölkerung. Wir bekommen viele Anrufe und Nachrichten von Bürgerinnen und Bürgern mit den unterschiedlichsten Fragen: Die einen wollen sich eine neue Heizung kaufen und haben dazu Fragen; andere wollen Wassersparen; die nächsten interessieren sich für E-Mobilität und so weiter. Wir versuchen dem allen gerecht zu werden und kompetente tragfähige Antworten zu liefern.
Rohde: Richtig, das ist das Ziel. Daneben unterstützen wir die kleVer auch strukturell, zum Beispiel um einen studentischen Mitarbeiter zu finanzieren oder auch um die Stromsparberatung vor Ort zu ermöglichen.
Gerade aus unternehmerischer Sicht ist Klimaschutz ein wichtiger aber manchmal auch ein kritischer Faktor, der Zielkonflikte mit sich bringen kann. Wie gehen Sie mit diesem Spannungsfeld um?
Rohde: Ein wirkungsvoller Umgang mit dem Spannungsfeld zwischen Klimaschutz und unternehmerischen Zielen beginnt aus meiner Sicht mit einer ehrlichen Einordnung der Zielkonflikte: Kurzfristig können Investitionen in emissionsarme Technologien, Energieeffizienz oder nachhaltige Lieferketten die Kostenstruktur erhöhen und damit betriebswirtschaftliche Kennzahlen belasten. Aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive hingegen sind genau diese Investitionen notwendig, um Klimafolgekosten, Versorgungsrisiken und Wettbewerbsnachteile zu vermeiden.
Ich betrachte Klimaschutz daher nicht als reinen Kostenfaktor, sondern als strategische Zukunftsinvestition. Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen – etwa durch den Einsatz energieeffizienter Technologien, erneuerbarer Energien oder Prozessinnovationen – erfordern zunächst Kapital. Mittel- und langfristig führen sie jedoch zu geringeren Energie- und Rohstoffkosten, höherer Resilienz gegenüber regulatorischen Anforderungen und steigenden CO₂-Preisen sowie zu einer stärkeren Marktposition durch nachhaltige Produkte und Dienstleistungen. Damit entsteht ein klarer betriebswirtschaftlicher Nutzen.
Volkswirtschaftlich betrachtet tragen solche Investitionen zusätzlich dazu bei, Innovationsimpulse zu setzen, neue Märkte zu erschließen und Standortvorteile zu sichern. Sie reduzieren externe Kosten wie Umwelt- und Gesundheitsschäden und stärken die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Branchen. Unternehmen, die frühzeitig handeln, profitieren dabei von Lernkurveneffekten und positionieren sich als Vorreiter.
Mein Ansatz ist daher, Zielkonflikte nicht zu negieren, sondern sie transparent zu analysieren und langfristige Perspektiven konsequent in Investitionsentscheidungen einzubeziehen. Klimaschutz und wirtschaftlicher Erfolg sind kein Widerspruch – sie sind zwei Seiten einer nachhaltigen Wertschöpfung, die sich sowohl betriebswirtschaftlich als auch volkswirtschaftlich auszahlt.
Reichmann: Die kleVer versucht allen Akteuren, die sich engagieren wollen, dabei zu helfen, den von Ihnen skizzierten Spagat zu meistern: mit direkter Unterstützung; mit Pilotprojekten, die zeigen, was möglich ist und unterstützen und zum Beispiel auch mit der Fördermittelberatung.
Abschließend möchte ich betonen, dass es ja nicht ausschließlich die finanzielle Unterstützung des Fördervereins ist, die uns hilft. Sehr wichtig und schön ist ja auch zu zeigen, dass sich trotz des Spagats zwischen den vielen Dingen, die zu tun sind, viele Unternehmen für Klimaschutz interessieren und engagieren!